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Stefan Steinmetz
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Dabei seit: 10.02.2006
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Stargirl Leonie(3) Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Obwohl Leonies Herz bereits zerplatzt war, explodierte es erneut. In ihrem Kopf drehte sich alles. Sie sah Jans Lächeln, fühlte, wie er sie drückte. „Fahren wir?“, fragte er.
Sie schaffte es, zu nicken.
Rundherum Fiepen, Japsen, Seufzen und hektisches Handygeknipse.
Er führte sie zum Auto, öffnete die Tür auf der Beifahrerseite. Leonie erlebte alles wie durch Watte. Sie hatte das Gefühl, die Welt durch Glasbausteine zu sehen. Alles war undeutlich und wirkte verzerrt. Sie bekam kaum mit, wie er die Tür hinter ihr schloss.
Diesmal lief er hinter dem Wagen entlang zur Fahrerseite. Er schob sich elegant auf den Sitz hinter dem Eschenholzlenkrad und winkte den Mädchen auf dem Fußgängerweg zu: „Tut mir leid, Mädels. Keine Autogramme diesmal.“ Ein Blick in Leonies Augen und wieder hoch zu den anderen, denen, die auf der anderen Seite eines breiten Stroms zu stehen schienen, weit entfernt: „Ihr seht ja, dass ich ein Date habe. So long.“
Leonie war nicht darauf gefasst, als er sich zu ihr herüber beugte und sie auf die Wange küsste.
„Dann mal los“, meinte er gut gelaunt und ließ den Motor an. Der Sechszylinder des Morgan erwachte grollend. Jan legte den ersten Gang ein, schaute in den Rückspiegel und fuhr an. Fauchend schob der Sportwagen an, löste sich vom Bordstein und schoss auf die Straße hinaus wie eine Rennjacht auf einen breiten Fluss.
Leonie sah im rechten Außenspiegel eine Horde Mädchen mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen auf dem Bürgersteig stehen und ihnen hinterher glotzen.
Ich muss nicht sterben, dachte sie. Erst jetzt begriff sie, dass man sie errettet hatte, dass Jan sie vor einem entsetzlichen Schicksal bewahrt hatte. Die Mädchen würden sie nicht umbringen. Sie würden sie nicht öffentlich auf dem Scheiterhaufen verbrennen.
Er hatte ihren Brief erhalten und sich entschlossen, einem vor Angst zitternden Schulmädchen aus der Patsche zu helfen.
Sie sah zu ihm hinüber. Er hatte die Sonnenbrille nicht wieder angezogen. Der Fahrtwind blies ihm die dunkelblonden Haare aus der Stirn. In diesem Moment quoll sie über vor Dankbarkeit. Sie war so erleichtert, dass sie sich beinahe ins Höschen machte. Sie schwebte vor Erleichterung.
Danke Jan, dachte sie. Oh danke! Danke Schicksal. Danke lieber Gott. Danke, dass ich nicht umgebracht wurde. Danke. Danke. Danke! Ich werde nie wieder solch einen Mist bauen. Mama? Mama, ich muss nicht sterben. Ich darf leben. Ich verspreche dir, ich werde nie wieder so unvernünftig sein. Wirklich! Das kommt nie wieder vor!
Leonie verging vor Dankbarkeit.
Der Morgan lief mit grollendem Motor die Straße hinunter. Jan fuhr gelassen. Er raste nicht. Er hielt sich ans Tempolimit. Leonie sah weiter vorne, kurz vorm großen Kreisel, die Abzweigung.
Sie wandte sich nach links: „Danke Jan.“ Sie musste laut sprechen, um gegen das Röhren des Motors und das Fauchen des Fahrtwindes anzukommen. Der Fahrtwind peitschte ihre Haare. „Danke, dass du mir aus der Patsche geholfen hast.“
Er lächelte. „Gern geschehen. Gehört sich so für einen Gentleman.“
Sie wies über die endlos lange Motorhaube: „Da vorne rechts rein, bitte. Dann kannst du anhalten. Die da hinten sehen es nicht.“
Er wandte kurz den Blick von der Straße. Er wirkte irritiert. „Bitte?“
„Rechts!“ Sie fuchtelte mit der Hand. „Da vorn. Halt dort an! Von da habe ich es nicht mehr weit bis nach Hause.“ Die abbiegende Straße kam rasch näher. „Bitte mach halt, Jan!“
Er setzte den Blinker und bog rechts ab. Kurz hinter der Kreuzung brachte er den Wagen am Straßenrand zum Stehen. Er schaltete den Motor aus und wandte ihr den Blick zu: „Was ist los?“
Leonie bekam von seinem Blick solches Herzklopfen, dass sie dreimal tief durchatmen musste, bis sie sprechen konnte. „Da-Danke, Jan. Danke, dass du mich gerettet hast.“ Er schaute sie nur an. Seine Augen waren nicht nur blau. Sie waren groß. Leonie ertrank in ihnen. Sie konnte es immer noch nicht glauben, dass sie neben ihrem Schwarm saß. Sie war in Jan Faber verknallt, seit sie die Peoples kannte. Sie saß neben dem berühmtesten jungen Mann des ganzen Landes.
„Danke, Jan“, sagte sie noch einmal. Sie kam sie dämlich vor, weil sie so dummes Zeug plapperte. „Danke, dass du gekommen bist. Du hast mir das Leben gerettet. Im Ernst. Die hätten mich zerfleischt. Es tut mir leid, dass ich dich da hineingezogen habe. Ich mache so was sonst wirklich nicht, genau wie ich dir geschrieben habe. Ehrlich!
Du hältst mich sicher für eine dumme Pute und … und … es tut mir leid. Du hast bestimmt viel um die Ohren, viel zu viel, um einem dämlichen Fan aus der Klemme zu helfen und … ich danke dir wirklich, weil … ich … ich muss jetzt ...“
Plötzlich brach sie in Tränen aus. All die Angst der letzten Stunden brach aus ihr heraus.
„Entschuldigung“, schluchzte sie. Sie kam sie unglaublich blöd vor. Nun würde er sie für eine bekloppte Heulsuse halten. „T-Tut mir leid.“ Sie versuchte, das Weinen unter Kontrolle zu bekommen. „I-Ich geh dann. Ich halte dich nicht länger auf. Du hast schon viel zu viel für mich getan. Du hast bestimmt zu tun. Ich ...“ Sie griff nach dem Türöffner.
Eine Hand kam von der Seite, fasste sie sanft am Handgelenk und hielt sie zurück. „Jetzt warte doch mal!“ Er schaute sie an: „Hey! Was geht ab? Wein doch nicht, Leonie!“ Er holte ein Taschentuch hervor und trocknete ihre Tränen. „Du heulst dir ja Schrumpfnieren an.“
„Tut mir leid“, nuschelte sie. „Ich komme mir so blöd vor!“
„Das musst du nicht“, sagte er. Seine Stimme war warm und freundlich. „Jeder flennt mal. Lässt sich nicht vermeiden. Manchmal bricht es aus einem heraus.“ Er wischte eine letzte Träne von ihrer Wange: „Besser?“
Sie versuchte so etwas wie ein Lächeln: „J-Ja.“
Er nahm ihre Hand: „Hör mal! Du hast den Hühnern da hinten gesagt, dass ich dich nach der Schule abhole. Das bedeutet natürlich, dass wir zusammen irgendwo hin fahren und nicht, dass ich dich drei Straßenkreuzungen weiter rausschmeiße, oder?“
„Weiß nicht“, sagte Leonie mit einem letzten Schniefen. „Ich wollte doch nur, dass … dass du mich vor den Megären rettest … ich will dich nicht aufhalten!“
„Tust du nicht.“ Sein Lächeln ließ ihr Herz vibrieren. „Ich würde sagen: Wo ich schon mal da bin, könnten wir genauso gut was zusammen unternehmen. Zeit habe ich genug mitgebracht.“ Er drückte ihre Hand. „Muss ja nichts Großartiges sein. Wie wäre es mit einem Besuch in der Eisdiele?“
Leonie konnte es nicht glauben: „Du willst echt mit mir irgendwo hin fahren?“
Diesmal war sein Lächeln fröhlich und jungenhaft: „Sag ich doch!“
Misstrauisch äugte sie zum ihm hinüber: „Und du hältst mich nicht für eine dumme Pute, die sich selbst reingeritten hat?“
Er wurde ernst. „Täte ich das, wäre ich nicht gekommen, Leonie.“
Sie starrte ihn an, fassungslos, ungläubig. „I-In die Eisdiele?“ Sie ärgerte sich, weil ihre Stimme so kieksig klang.
Er nickte: „Eisdiele. Jawohl. Ich kenne eine richtig gute. Da wird das Eis wirklich noch von Hand gemacht. Keine angerührten Tütenmischungen. Garantiert alles echt.“
„Du willst mich wirklich mitnehmen?“ Sie musste einfach nachbohren.
„Klar doch! Du hast Geburtstag. Ich lade dich zu deinem fünfzehnten Geburtstag zum Eisessen ein.“
Leonie wollte etwas sagen, da spürte sie, wie ein Zittern über ihren Körper lief und die Tränen wieder zurückkamen.
„Nein!“, sagte er sanft. „Nicht weinen!“ Er zog sie in die Arme und drückte sie. „Nicht weinen, Leonie, hörst du?“ Er strich ihr durchs Haar. „Nicht weinen!“
„N-Nein“, brachte sie hervor. Unter Aufbietung alle Kraft schaffte sie es, zu ihm aufzusehen: „Danke, Jan. Das ist wahnsinnig nett von dir. Das brauchst du nicht. Wirklich nicht! Ich ...“
Er legte ihr den Zeigefinger auf die Lippen: „Scht! Kein Wort mehr. Wir fahren jetzt zur Eisdiele. Ich lade dich ein. Okay?“ Er schaute ihr in die Augen: „Okay, Leonie!“
Sie setzte sich auf: „Okay.“
Er lächelte. „Fein.“
Wie im Traum bekam sie mit, wie er den Motor anließ und losfuhr.

09.05.2018 21:57 Stefan Steinmetz ist offline Email an Stefan Steinmetz senden Beiträge von Stefan Steinmetz suchen Nehmen Sie Stefan Steinmetz in Ihre Freundesliste auf
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Dabei seit: 18.02.2013
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"Peter Kraus - Wenn Teenager träumen" Bin schon gespannt wie´s weitergeht.

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Was ist der Mensch - nur ein flüchtiger Gedanke - nicht zu greifen - nicht zu fassen. Stets schweigend mit sich im Gespräch vertieft durforsch er sich und findet sich nie.
Der Traum ist die wahre Wirklichkeit. großes Grinsen

09.05.2018 22:57 carolne1960 ist offline Email an carolne1960 senden Beiträge von carolne1960 suchen Nehmen Sie carolne1960 in Ihre Freundesliste auf
 
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