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Mars First - Mit dem One Way Ticket zum Mars(23)
Die Kuppel war fertig – das erste von Menschen auf dem Mars errichtete Bauwerk. Tagelang hatten sie geschuftet, um all den Sand aus dem Innern wieder heraus zu schaffen. Es war harte Arbeit gewesen. Anfangs konnte immer nur einer am Eingang des Bauwerks das Erdreich heraus wühlen. Nachdem sie sich ins Innere vorgearbeitet hatten, ging es schneller voran.
Ethan brauchte die Crew nicht länger anzutreiben. Alle arbeiteten hart. Sie wollten die Kuppel so schnell wie möglich fertigstellen. Jede Minute, die sie erübrigen konnten, verbrachten sie mit Sand schippen. Draußen entstand ein langgezogener Hügel, wo sie all das Erdreich aufschütteten, das sie aus dem Innern des kreisförmigen Gebäudes heraus schafften.
Zu guter Letzt bauten sie auch in den Hinterausgang eine Schleuse ein, die gleiche, wie sie schon vorne an der Dragon-Kapsel existierte.
Die Kuppel hielt. Sie schlossen sie mithilfe eines aufblasbaren Schlauchgangs an die letzte der aufgereihten Dragon-Kapseln an. Die Dragon war zugleich die Luftschleuse, die die Kuppel luftdicht gegen die restliche Kolonie abschloss.
Sie hatten Atemluft in Vorratsflaschen gesammelt, was die Befüllung des Ziegelbaus enorm beschleunigte. Trotzdem vergingen zwei Tage, bis die Kuppel soweit war. Nun konnte man sie über die Luftschleuse der Dragon ohne Marsanzug betreten.
Zu viert standen sie in der Kuppel und bewunderten ihr selbstgeschaffenes Bauwerk.
„Zehn Meter hoch“, sagte Laura. „Es kommt mir vor, als sei es viel höher. Und diese Lichter! Einfach wunderbar! Schaut euch die Sonnenstrahlen an! Man könnte meinen, dass dieses Licht ausreicht, um Pflanzen anzubauen.“
Antje schaute auf den kleinen Lichtmesser in ihrer Hand: „Zu dunkel, Laura. Wir brauchen jede Menge Lampen. Gott sei Dank haben wir viele dabei und mit jeder Folgemission treffen noch mehr ein. Die Leute von Mars First werde natürlich reagieren. Sie wissen, dass das hier nicht die letzte Kuppel ist, die auf dem Mars gebaut wurde. Sie werden uns LED-Lampen schicken, so viel sie können.“
„In der Voraus-Mission waren jede Menge davon“, knurrte Ethan. Er drehte sich im Kreis und betrachtete die Kuppel. Die rötliche Farbe der Ziegel gab der kleinen Halle etwas Heimeliges und die ab zwei Meter Höhe rundum verteilten Glasbausteine, die der Deutsche im 3-D-Drucker hergestellt hatte, ließen wirklich viel Licht ein. Die Dicke der Gläser bewirkte, dass das Licht einen warmen Ton bekam. Sanft leuchtende Lichtfinger stachen kreuz und quer durch die Kuppel.
„Mann!“, sagte Ethan. „Wenn die Kapsel mit den voraus geschickten Vorräten nicht in der Atmosphäre verglüht wäre, hätten wir so schnell nicht mit dem Bau einer solchen Kuppel begonnen. Das hier ist hundert mal schöner als eine aufgeblasene Kuppel aus Plastik. Es sieht fast aus wie ein einer Kirche. Diese Lichtfinger! Einfach schön!“ Er trat zur Wand und schlug mit der geballten Hand auf die Ziegel: „Stabil! Haltbar! Das ist besser als ein Ding zum Aufblasen!“ Er zeigte auf das andere Ende der Kuppel. Dort gab es einen tunnelförmigen Ausgang mit Schleuse: „Dort könnten wir schon bald die nächste Kuppel anbauen.“
„Langsam, Ethan“, sagte Arne lachend. „Dort hinten schaffen wir den Grund und Boden herein. Ohne wächst nämlich nichts.“ Er zog eine Grimasse: „Das wird wieder ein gutes Stück Arbeit. Wir haben bisher nur wenig Erdreich vorbereitet, weil die Bauarbeiten Vorrang hatten. Jetzt heißt es, die Marserde portionsweise in unserem kleinen Elektroofen erhitzen, um giftige Bestandteile auszukochen und das Zeug hier herein zu schaffen. Das wird dauern.“
Ethan grinste den Deutschen an: „Nicht so lange, wie du denkst, Arne.“ Er zeigte auf seine Brust: „Der gute, alte McDuff hat in seiner Freizeit einen zweiten Ofen zusammengebastelt. Wir werden doppelt so schnell sein.“
Antje knuffte ihn in die Seite: „Unser McMars-Gyver! Wenn wir dich nicht hätten!“
Ethan sonnte sich in dem Lob.
„Viel Kompost haben wir leider nicht“, meinte Antje. „Wir können vorläufig nur eine kleine Fläche damit düngen. Dort kommen die Pflanzen hin, die viel Nährstoffe brauchen. Schwachzehrer wie Möhren und Radieschen müssen fürs erste in reinem Sandboden wachsen. Aber mit der Zeit werden wir viel Kompost gewinnen, denn je mehr Nahrungspflanzen wir anbauen, desto mehr pflanzliche Abfälle werden wir haben, die wir kompostieren können. Es ist ein Kreislauf.“ Sie klatschte in die Hände: „Ich freue mich auf meinen Garten!“
„Also werden wir gleich morgen damit beginnen, Erde zu gewinnen“, sagte McDuff. „Damit Maus ihren Garten so schnell wie möglich erhält und schmackhaftes Futter für uns anbauen kann.“
„Ja, McAntreiber“, sagte Laura. Sie machte einen Knicks vor Ethan. „Wir viel arbeiten werden, Massa. Du uns antreiben und wir viel schuften.“
Sie lachten.
*
Ethan McDuff reinigte die Solarzellen. Jeder tat das reihum. Man musste die auf dem Boden ausgelegten Folien täglich kontrollieren. Waren sie staubig, kam der Besen zum Einsatz. Sie konnten sich keinen Dreck auf den Stromerzeugern leisten. Sie brauchten die Power.
Drüben bei der Kuppel arbeiteten Arne und Antje an den elektrischen Öfen, um Marserde durch Erhitzen in tauglichen Bodengrund für den Kuppelgarten zu verwandeln. Laura war drinnen und kümmerte sich ums Essen.
Ethan freute sich im Voraus auf das Abendbrot. Laura war eine fantastische Köchin. Wenn sie kochte, schmeckte es immer prima.
Umsonst wartete Ethan auf einen netten kleinen Staubteufel, der ihm die Arbeit abnehmen würde. Eine Woche zuvor war einer der kleinen Wirbelwinde über die Solarzellenflächen getanzt und hatte die Zellen fast komplett frei gefegt.
„Danke Mister Staubteufel“, hatte Ethan gerufen, wohlwissend, dass auf der Erde die Fans zuschauten. „Freut mich ganz außerordentlich, dass Sie mich bei der Arbeit unterstützen.“
Heute kam kein Mini-Tornado vorbei. Ethan musste jede Folienbahn mühsam abfegen.
Ich sollte eine tragbare Pressluftflasche mit handbetätigter Düse basteln, überlegte er. Die Flasche könnte man von einem der Kompressoren auffüllen lassen. Ist ja egal, mit was man die Solarzellen abbläst, mit normaler Luft oder mit diesem Kohlendioxidgemisch des Mars. Hauptsache, ich muss nicht mehr mit dem Kehrbesen ran. Das nervt.
Ich habe ja jetzt Zeit zum Basteln, wo der Raupenantrieb für Maus fertig ist.
Vor zwei Wochen, direkt nach der Einweihung der Ziegelkuppel, hatte er der Niederländerin das Unterteil für ihren kleinen Roboter präsentiert. Es war eine kleine, kreisförmige Plattform aus Stahl, auf der das lebensechte Oberteil befestigt werden sollte. Ethan hatte unter diese Plattform einen doppelten Raupenantrieb konstruiert. Ein bisschen sah das Ding aus wie ein kleiner Panzer. Unter der Basisplatte hatte er zwischen den beiden Antriebsraupen die Batterie untergebracht. Vorerst konnte man sie nicht gegen eine frisch aufgeladene austauschen, wenn sie leer war. Der kleine Roboter würde zu einer Ladestation rollen und dort Strom tanken müssen. Aber Ethan hatte bereits eine Idee, wie er den Stromspeicher austauschbar konstruieren konnte.
Die Antriebseinheit war ansonsten perfekt. Sie war selbststeuernd und hielt sich selbstständig in der Balance. Ethan hatte sich selbst übertroffen. Er hatte das Ersatzteillager gefleddert und etliche Teile am 3-D-Drucker entworfen, alles keramisch und damit selbstschmierend und kältefest. Das Stahlteil, konnte bei Kurvenfahrt zum Kurveninnern einschwenken und die beiden Raupen legten sich mit in die Kurve. Dadurch würde Antjes Roboterchen verdammt flink um enge Kurven sausen können.
Er schaute auf das Display auf der Oberseite seines Handgelenks. Das Thermometer zeigte minus 24 Grad Celsius an. Dabei war es gerade mal früher Nachmittag. Wenn man in einem mollig warmen Marsanzug steckte, vergaß man immer gerne, was für eine eisigkalte Welt der rote Planet war.
Maus hatte sich über das Unterteil für ihr Robotermädchen gefreut. Sie war total begeistert gewesen. Sie war ihm um den Hals gefallen und hatte sich wortreich bedankt. Er war kaum dazu gekommen, ihr die Schnittstellen zu erklären. Ethan hatte die Antriebseinheit so konstruiert, dass Antjes Roboter sie per Kabelverbindung steuern konnte oder drahtlos.
Ethan hatte mal wieder gezeigt, was er konnte. Er war mächtig stolz auf seine Leistung gewesen.
Wenn es so lief, fühlte Ethan sich wohl auf dem Mars. Dann war die Sache wieder das größte Abenteuer der Menschheit. Er unterdrückte ein Seufzen und bemühte sich, ein neutrales Gesicht zu machen. Die Kameras im Innern des Helms filmten ihn und es konnte leicht passieren, dass die Bilder auf der Erde über die Bildschirme flimmerten.
Die Fans sollten keinen schlechtgelaunten oder gar niedergeschlagenen Ethan McDuff zu sehen bekommen.
Er schaute zur Kolonie hinüber. Die Kuppel stand frei von Sand im warmen Nachmittagslicht. Ethan freute sich. Er hatte den Aufbau des Ziegelbaus mit Herzblut betrieben. Ihm war es wichtig, etwas Festes zu haben. Er traute den aufblasbaren Habitaten nicht wirklich, auch wenn sie inzwischen unter einer schützenden Sandschicht begraben waren.
Ethan drehte sich langsam um sich selbst. Er betrachtete die Umgebung der Kolonie. Er tat das oft und ihm war aufgefallen, dass Arne es genauso hielt. Diese grandiose Landschaft musste man einfach immer wieder anschauen.
Es war eine Wüste mit flachen Hügeln im Südwesten und den schroffen Klippen der Sierra Ramparta im Nordwesten. Der Rand des großen Rampart-Kraters trug längst offiziell diesen Namen.
Ethan ließ den Blick in die endlose Weite der Flatlands im Osten schweifen. Bis zum Horizont erstreckte sich Ebene mit den unzähligen Kratern. Ethan fand es interessant, dass es in den Flatlands riesige Flächen gab, die völlig frei von den sonst überall herumliegenden Steinbrocken waren. Es sah aus, als hätte ein Riese das Gelände gefegt.
Sanfte Rot- und Beige-Töne wechselten einander ab. Die riffartigen Strukturen der Westhills zeigten dunklere Farben von Rotbraun bis zu einem schwärzlichen Grau mit einem deutlich sichtbaren Rotstich. Die alles beherrschende Farbe der Landschaft war Rot.
Es sieht aus wie das Monument Valley in Arizona, fand Ethan. Hier könnte man schöne Western drehen. Er musste grinsen. Natürlich war es zu kalt für Filmaufnahmen und die dünne Luft war nicht atembar. Wo Steinbrocken herumlagen, lagen sie so dicht, dass Pferde sich die Beine gebrochen hätten.
Trotzdem hatte der Anblick etwas, fand Ethan. Die Wüste mit ihren warmen Rottönen weckte Heimatgefühle in ihm.
Es hätte schön sein können, wenn da nicht diese kleine, nagende Angst tief in seinem Innern gewesen wäre. Diese Angst war wie ein bösartiges Tier, das um ihn herum schlich, bereit ihn anzufallen, wenn seine Aufmerksamkeit nachließ. Dieses Tier war erwacht, als sie im Anflug auf den Mars die Nachricht vom Verlust der Voraus-Mission empfangen hatten. Seitdem fühlte Ethan sich nicht mehr sicher. Das Gefühl war nicht stark oder gar überwältigend. Es war geradezu mickrig. Es war ein kleines beständiges Nagen an seiner Seele. Es war wie ein Splitter, den man sich beim Arbeiten mit Holz in die Hand eingezogen hatte. Es verdarb ihm nicht den Tag, aber es war immer präsent. Es ließ ihn nie ganz los, mochte er das Gefühl auch noch so heftig verdrängen.
Ich will zurück zur Erde, dachte er. Ich will nach Hause. So schön es hier auf dem Mars ist, ich mag nicht mehr.
Das Dumme war, dass dieser Rückflug nicht allzu bald stattfinden würde.
Ich sollte häufiger davon sprechen, überlegte Ethan. Wenn die Fans auf der Erde hinter mir stehen, wird Mars First das Projekt angehen. Die verdienen inzwischen genug Geld mit den TV-Rechten. Die schwimmen in Kohle. Es muss ja kein Riesenraumschiff sein. Man kann an eins der normalen Schiffe, die demnächst zum Mars geschickt werden, größere Tanks anbauen.
Er sah das Raumschiff vor seinem inneren Auge: große Zusatztanks waren außen befestigt. Extra Atemluft, zusätzliches Wasser, mehr Vorräte, mehr Treibstoff. Es konnte nicht so schwer sein, ein solches Schiff zu bauen und zum Mars zu schicken. Es könnte in der Umlaufbahn auf ihn warten.
Noch einmal ließ Ethan den Blick über die rote Einöde schweifen. Ja, der Mars war schön – wunderschön. Aber zu Hause auf der Erde war es schöner.
Ich will nach Hause, dachte er, während er sich den Solarzellen zuwandte.
*
Arne arbeitete mit Antje zusammen. Sie gaben Erdportionen in die elektrischen Öfen und erhitzten das Material. Es war eine Mischung aus Sand und etwas gröberer Tonerde.
Nachdem Antje ihren Ofen beschickt hatte, kam sie zu ihm. Er ließ gerade den Blick über die Landschaft schweifen, wie er es immer tat, wenn er einen Moment Muße hatte. Antje stellte sich neben ihn: „Früher sagte man, die Eskimos hätten über dreißig Worte für Schnee. Wenn wir die Regolithe in ihrer Struktur und den unterschiedlichen Farbtönen benennen wollten, würden dreißig Bezeichnungen nicht ausreichen, ganz zu schweigen von den Steinen, Mineralklumpen, Quarzen und den Felsen.“
„Aber die Eskimos ...“, begann Arne.
„Ich weiß“, fiel sie ihm ins Wort. „Es stimmt nicht. Erstens, weil es die Eskimosprache nicht gibt. Die Inuit sprechen viele unterschiedliche Sprachen. Und die angeblich vielen Worte für Schnee kommen daher, weil alle Inuitsprachen polysynthetisch sind. Die machen aus allem ein einzelnes Wort. Wenn wir sagen: 'Schnee, der zu schmelzen begann und wieder gefror', dann machen die Eskimos daraus ein einzelnes Wort. Sie schob das goldbedampfte Visier nach oben und blickte ihn durch die durchsichtige Scheibe darunter mit blitzenden Augen an. Ihr Lächeln wärmte ihm das Herz. „Ich meinte ja nur“, sagte sie, „dass wir viele Worte bräuchten, um all das hier zu benennen. Allein der Sand. Es gibt grobkörnigen, feinkörnigen, roten, rötlichen, rötlichbraunen und schwarzen Sand. Braunen habe ich auch schon gesehen und beigefarbenen. Dann gibt es Zwischenformen, da frage ich mich: ist das noch Sand oder schon Staub? Oder die Steine. Manche sind aus nur einem Material, andere bestehen aus Konglomeraten. Die wurden bei Meteoreinschlägen zusammengebacken. Es gibt Steine, die hart wie Granit sind und Steine, die man mit den Händen zerbröseln kann.“ Wieder lächelte sie ihn an. „Die Farben! Die haben es mir angetan. Alles ist so … weichtönig, oder wie soll ich sagen? Alle Farben auf dem Mars wirken unaufdringlich und angenehm fürs Auge.“
„Ja“, sagte Arne. Er freute sich, dass Antje neben ihm stand, dass sie einfach da war, in seiner Nähe, dass es sie gab. „All diese gedämpften Rot-Töne. Es sieht heimelig aus. Man kann bei dem Anblick glatt vergessen, wie eisig und karg der Mars ist. Ich liebe diesen Planeten.“ Er legte Antje die behandschuhte Hand auf die Schulter: „Ich liebe dich!“
Später brachten sie ihre gebackene Erde in die Kuppel. Es war eine Heidenarbeit. Rein in die Schleuse. Luft einlassen. Rein in die Kuppel. Pflanzerde abladen und wieder rein in die Schleuse. Luft absaugen lassen. Raus auf die Marsoberfläche und ran an die Öfen. Sie machten sich erst gar nicht die Mühe, die Anzüge abzulegen. Nicht einmal die Helme nahmen sie ab, wenn sie drinnen in der Kuppel waren.
Es knackte in ihren Helmlautsprechern. Laura meldete sich über Funk: „Leute, hört auf zu arbeiten. Kommt rein. Das Essen ist bald fertig.“
Als sie drinnen die Anzüge auszogen und an die Versorgung anschlossen, sah Arne, dass Ethan seinen Anzug nicht angeschlossen hatte. Er tat es für den Amerikaner.
Eines Tages bekommst du wegen deiner Vergesslichkeit Probleme, Alter, dachte er. Es ist nicht immer jemand da, der dir hinterher räumt, du Schussel! Kopfschüttelnd folgte er Antje zum Habitat von Laura und Ethan, wo das Abendessen auf sie wartete.
Später gingen sie zur Kuppel und schauten sich ihr Werk an. Sie waren fast fertig. Es fehlte nur noch wenig Bodengrund. In der Mitte des Kuppelbaus befand sich ein kleiner, runder, aus Ziegeln gemauerter Tümpel. Die Ziegelummauerung hatte rundum kleine Öffnungen, durch die überschüssiges Gießwasser in den Tümpel einsickern konnte. Von dort konnte es mittels kleiner Pumpen wieder verteilt werden.
Gleich neben der Eingangsschleuse hatten sie ein Areal flach und eben gestaltet. Dort wollten sie sich aufhalten, wenn sie Freizeit hatten. Ethan hatte versprochen, einen kleinen Elektrogrill zu bauen. „Wir können Gemüseburger grillen“, hatte er gesagt, „oder Mehlwurmburger.“ Die Mehlwurmzucht lief inzwischen problemlos.
Demnächst wollten Laura und Antje mit der Zubereitung von Ersatzfleisch aus pflanzlichem Eiweiß anfangen.
Arne stand hinter Antje. Er hielt sie mit den Armen umfangen und wiegte sie sanft. „Das hier wird unser kleines Paradies werden“, sprach er. „Ich freue mich schon drauf.“
„Ich auch“, sagte sie und schmiegte sich an ihn. „Ich kann es kaum erwarten, zu sehen, wie das hier sich in einen bunten Garten verwandelt.“
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